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| HM Ships Mersey und
Severn gehören zu der drei Schiffe umfassenden, neuen River-Class
von Hochsee-Patroullienbooten im Dienst der Royal Navy. Die 1.677 Tons
verdrängenden Schiffe sind 79,5 Meter lang, 13,6 Meter breit und haben
einen Tiefgang von 3,8 Metern. Damit sind sie nicht nur wesentlich größer
als die Einheiten der Island-Class, die sie ersetzt haben, sondern ihre
beiden auf zwei Wellen mit Verstellpropellern wirkenden, 4.125 kW starken
Rushton 12RK270-Hauptdiesel erlauben mit über 20 Knoten auch fast
die doppelte Geschwindigkeit der Vorgängerklasse. Bei einer Marschfahrt
von 12 Knoten können die Schiffe bis zu 7.800 Sm ohne Treibstoffergänzung
zurücklegen und der allgemeine schiffbautechnische Fortschritt ermöglicht
es den einzelnen Einheiten der Klasse, jedes Jahr insgesamt 320 Tage auf
See zu verbringen.
Die drei seit 2003 zur Flotte getretenen Einheiten der neuen River-Class wurden allesamt auf der Werft Vosper Thornycroft (UK) Ltd. in Woolston bei Southampton gebaut, die nach wie vor Eigentümerin der Schiffe ist. Der Bauvertrag sah seinerzeit eine völlig neuartige Vereinbarung vor, nach der die Schiffe zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren an die Royal Navy verchartert werden, die nach Ablauf dieses Zeitraumes die Einheiten sofort kaufen, die Charter verlängern oder aber die Schiffe an die Werft zurückgeben darf. Während dieser ersten fünf Jahre ist Vosper Thornycroft weiterhin für die Instandhaltung und die technische Unterstützung der Schiffe verantwortlich. HM Ships Mersey und Severn verfügen über eine Besatzung von 43 Personen, von denen jedoch jeweils nur 28 an Bord sind, da die Besatzung in drei statt in zwei Wachen eingeteilt ist. Jede Wache ist jeweils vier Wochen an Bord und anschließend zwei Wochen zur Ausbildung bzw. auf Urlaub an Land. Entsprechend der geringen Besatzungsstärke sind die Lebensbedingungen an Bord der Schiffe der River-Class hervorragend – selbst Mannschaftsdienstgrade wohnen in Doppelkammern mit separatem Sanitärbereich und genießen somit nahezu „Traumschiffkomfort“. Passagiere sind die Besatzungsmitglieder jedoch mitnichten. Neben ihrer Hauptaufgabe, der Überwachung des Fischfangs in der Fischereizone des Vereinigten Königreichs, die immerhin rund 500.000 km² umfasst, sichern HM Ships Mersey und Severn auch die britischen Öl- und Gasfelder in der Nordsee, nehmen Aufgaben des Gewässerschutzes, z.B. bei der Bekämpfung von Öl auf See, sowie allgemeine Patrouillenaufgaben wahr. Um sich im Zweifelsfall durchsetzen zu können, können die Kommandanten der Schiffe auf die aus einer 20 mm BMARC KAA-Schnellfeuerkanone und zwei Maschinengewehren bestehende Bewaffnung sowie Handwaffen zurückgreifen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Einsatzgruppe von Royal Marines einzuschiffen und gezielt zum Einsatz zu bringen, z.B. im Fall, dass Terroristen eine Bohrinsel in ihre Gewalt bringen sollten. Eine wichtige Rolle für die Wandelbarkeit des Einsatzspektrums der Schiffe spielt auch das große Arbeitsdeck auf dem Achterschiff mit seinem 25-Tonnen-Schwerlastkran. Hier können schnell Containermodule mit Spezialausrüstung, z.B. zur Ölbekämpfung oder für den Katastrophenschutz, montiert, aber auch kleine Landungsfahrzeuge oder diverse KFZ gestaut und zum Einsatz gebracht werden. |